Letzte Beiträge

Archiv

Neue Kommentare

Erste Ausschnitte der Matala Dokumentation.

Wie schon vor einiger Zeit erwähnt, hat Maria Koufopoulou in Zusammenarbeit mit ERT eine Dokumentation über Matala erstellt.
Es geht über die 60er, 80er bis in die heutigen Tage zu den Festivals.
Nun gibt es erste Ausschnitte zu sehen.

„Hippie! Hippie! Matala! Matala! An ERT S.A. documentary about the Hippie movement during the 60’s, their life in the caves of Matala Crete, and the social and political situation in Greece, Europe, and Usa at that period.“

Wie schon vor einiger Zeit erwähnt, hat Maria Koufopoulou in Zusammenarbeit mit ERT eine Dokumentation über Matala erstellt.
Es geht über die 60er, 80er bis in die heutigen Tage zu den Festivals.
Nun gibt es erste Ausschnitte zu sehen.

„Hippie! Hippie! Matala! Matala! An ERT S.A. documentary about the Hippie movement during the 60’s, their life in the caves of Matala Crete, and the social and political situation in Greece, Europe, and Usa at that period.“

Ich mag den Song eben…..

😉

Ein Rucksack voller Träume….

Mit freundlicher Genehmigung von Ronald Escher, einem Mitarbeiter der „Salzburger Nachrichten“, darf ich diesen Artikel vom 25.06. hier veröffentlichen.

Matala, ein kleines und armes kretischer Fischerdorf, galt vor vier Jahrzehnten als Hotspot auf dem „Hippie Trail“. Man lebte in Felshöhlen und in einer Traumwelt der großen Freiheit unter ägäischem Himmel.
Heuer trafen sich die Aussteiger von damals, um ihrer Idee von „Love&Peace“ nachzuspüren

Glückliche Höhlenmenschen, einst von der Polizei verjagt: Die Alt-Hippies (links oben) trafen auch den Fischer Georgios wieder (2. Bild v. l.), der Matalas Slogan an die Kaimauer schrieb. Auch Junge waren da. Bilder (5): SN/RES

Es ist schon spät in dieser Frühsommernacht in der Bucht von Matala im Süden Kretas. Doch noch immer bewegen sich Gestalten vor den Sandsteinhöhlen, die in der Jungsteinzeit als Unterschlupf, in der römischen Zeit als Grabkammern und von Mitte der 60er-Jahre bis in die 70er-Jahre als Wohnungen dienten: nämlich den Hippies, den Rucksackreisenden, den Aussteigern. Die Gestalten vor den beleuchteten Höhlen werfen übergroße Schatten.

Zeitsprung.

„Comes a time,
when you’re driftin’
Comes a time when you settle down.
You and I we were captured,
We took our souls and we flew away.
We were right, we were giving
That’s how we kept what we gave away.“

Es ist 1973, und der junge bärtige Hippie in seiner Pluderhose und dem bestickten indischen Gilet steht auf der Plaka in Athen und singt dieses Lied von Neil Young, seine in farbenfrohe, flatternde Tücher gehüllte Freundin steuert die Harmonien bei. Dann geht sie mit dem Strohhut absammeln, denn sie wollen nach Matala.

Als der deutsche Student Arn Strohmeyer im April 1967 nach einer abenteuerlichen Tramperfahrt als Autostopper quer durch den Balkan und mit dem Schiff über das Meer in Matala ankommt, präsentiert sich ihm ein magisches Bild: „Ein Sternenhimmel wölbte sich über uns, wie ich ihn in dieser Klarheit noch nie gesehen hatte. Die Milchstraße zog sich von einem Ende des Gewölbes bis zum anderen über uns hin wie eine weiße Aschenbahn.
Am Strand war eine wilde Party im Gange. Um ein großes Feuer saßen oder lagen viele Gestalten, sangen, tranken, kifften oder liebten sich im vom Tag immer noch heißen Sand. Mit Hallo wurden wir begrüßt, jeder war hier offenbar willkommen, man bot uns Wein an – und schon saßen wir mit am Feuer, der mit Gitarrenrhythmen unterlegte Singsang lullte uns ein und machte uns trunken. Wir hatten das wunderbare Gefühl der Gemeinschaft.“

44 Jahre danach wölbt sich noch immer derselbe Sternenhimmel über der Brandung, und Strohmeyer, mittlerweile 70, ist wieder da. Wieder einmal. Denn Matala hat ihn sein ganzes Leben lang nicht losgelassen.
Er hat ein Buch im Gepäck, das er zum Teil selbst geschrieben, zum Teil mit den Beiträgen und Fotos anderer Traveller von damals herausgegeben hat: „Mythos Matala.“ (Verlag Balistier).
Dieses Buch will er vorstellen, an Ort und Stelle. Dazu hat er im Oktober im Internet eine kleine Notiz platziert: „An alle Freunde Matalas“. Ihm schwebte ein kleines Treffen der in die Jahre gekommenen Hippies vor.
Radio Kreta verzeichnet letztlich 450.000 Kontakte unter „Matala Festival 2011“ – denn das ist daraus geworden –, und es kommen an drei Tagen 40.000 Besucher, um 20 Bands am Strand spielen zu hören.
Der „Spirit“ der frühen Jahre – bestenfalls ein Näherungswert. Arn Strohmeyer findet sich als „Initiator“ inmitten von TV Teams.

Wie kann es das geben, anno 2011?
Davon, dass die Hippies Mitte der 70er-Jahre mit Polizeigewalt von ihrem Felsen vertrieben und als „Kommunisten“ gebrandmarkt wurden, ist keine Rede mehr, nur von den Legenden: Dass 1969 die weltberühmte Folk-Interpretin Joni Mitchell am Strand mit ihrer Gitarre inmitten der Hippies aus aller Herren Länder saß und ihr Lied „Carey“ sowohl Matala als auch einem Liebhaber gewidmet habe; dass Cat Stevens – damals hieß er noch so – mit dem Fischer Georgios in der Taverne gezecht habe; manche wollen hier sogar Bob Dylan und Janis Joplin gesehen haben.
„Die Gemeinde Faistos unterstützt die Idee von Liebe, Frieden und Freiheit“, sagt die Bürgermeisterin beim großen Begrüßungsabend der Alt-Hippies. Über dem Festival und der Reunion der „Ehemaligen“ liegt eine gewisse Unwirklichkeit, eine unausgesprochene Ironie, die die „Alten“ bisweilen schmunzeln lässt, aber auch eine tiefe Herzlichkeit imWiedererkennen, in der Umarmung ehemaliger Höhlennachbarn.

Arn hatte auch so einen: den österreichischen Liedermacher Georg Danzer. Elmar Winters-Ohle, der 1965 und 1969 in Matala war, drückt es so aus: „Erinnerungen!
Melancholie? Verklärung? Selbstbetrug?
Matala ist und bleibt Mythos und Realität zugleich.“ Und er sagt nach vier Jahrzehnten: „Gut, wieder im Paradies zu sein.“ – Paradies? Im heutigen Tourismusort, wo doch einst die Hippies „zurück zur Natur“ wollten? – Winters-Ohle: „Die Erinnerung kann mir keiner nehmen.“
Die Australierin Barvara Hush beschreibt die „Idee Matala“ so: „Es war ein Schmelztiegel von Ideen, Talenten, Sängern, Gitarrespielern und begabten Poeten. Wir alle träumten von Utopia.“ Dabei gab es dort nichts, was sonst ein Traumland ausmacht: kein Hotel, bescheidene Tavernen, arme Fischer, nur Sand und Meer. Und wäre die Bäckerin Anthousa Zouritakis, genannt „Mama“, nicht gewesen, wäre wohl der eine oder andere verhungert – denn Geld hatte hier kaum einer.
Der Vater des Fischers Georgios saß die ganze Nacht im Laden und hoffte, es möge ein Hippie vorbeikommen und eine (!) Zigarette kaufen, während sein Sohn an die darbenden „Dropouts“ Fische verschenkte.
Wie sehen sie heute aus? Die flinke Erdenmutter von damals hat trotzig ihre weißenHaare zu Dreadlocks geflochten, andere wirken elegant mit weißer Mähne und edler Sonnenbrille. Bei allen schwingt Stolz mit, überlebt und den Schatz ihrer Erinnerung zu haben.

Was macht diesen Stolz aus? Pam, die 1976 da war und nun extra für die Hippie Reunion aus Australien angereist ist, sagt: „Wir hatten  Courage in einer Zeit kleinkarierter Gesellschaft und repressiver Politik.“ Wie sie nach Matala kam? „Im Hotel in Athen sagte man uns: Wenn ihr nach Kreta kommt, meidet Matala. Dort gibt es nur Fussel-Hippies, Drogen und Sex. Am nächsten Tag fuhren wir los.“
Der Linzer Ludwig Pühringer machte sich vor 20 Jahren zu einer einjährigen Reise auf, „immer dem Daumen entlang“.
Geld? Das verdiente er sich mit Blutspenden in Saloniki, als Tellerwäscher und Servierer in der Londoner Westminster Bank.
Heute ist er Ausbilder für Köche.
Wen man auch fragt, es kommt immer dieselbe Antwort: „Es war die beste Zeit meines Lebens.“ Und so sitzen sie beieinander in der Taverne und erzählen sich, was weiter geschah – so wie sie damals am Lagerfeuer hockten und den Reiseberichten der anderen aus Istanbul, Teheran, Kabul, Goa und Kathmandu lauschten. Pühringer: „Wenn ich denke, mit welchen Scheuklappen die Menschen in meiner Heimatstadt herumliefen . . .“
Der Fischer Georgios schrieb den Slogan Matalas an die Kaimauer, und er bessert ihn jährlich aus:
„Welcome to Matala. Today is life, tomorrow never comes.“
Inzwischen sorgt sich Arn Strohmeyer, wie man das der Facebook-Generation, ja den eigenen Kindern und Enkeln erklärlich machen soll, was diesen Mythos ausmacht: „Matala und die Blumenkinder haben die Welt nicht verändert. Doch vielleicht ist es diese Botschaft, die der Matala-Mythos übermittelt: Dass es unter primitivsten Bedingungen in nächster Nähe zur Natur möglich ist, dass Menschen friedlich zusammenleben können und ein einzigartiges anarchisches Freiheits- und Glücksgefühl ausleben können . . .“
Wer die Gesichter in der Menge der 40.000 studiert – die wenigsten davon sind Alt-Hippies, sondern Teens und mittelalte Erlebnistouristen –, meint auch hier noch so etwas wie Sinnsuche erkennen zu können. Nur: welchen Sinn?
Als dann über den Höhlen von Matala das Feuerwerk hochgeht, schläft Fischer Georgios schon in seiner Hütte, die gehisste Piratenflagge weht im Nachtwind, eine leere Bierflasche rollt über den Boden. David Crosby, der mit Neil Young, Stephen Stills und Graham Nash die Träume einer Generation in Musik umsetzte, zog  989 sein Resümee: „Did you think these tracks in the dust would last?“

(Der Artikel als .pdf Datei zum download.)

 

Ein kleines Abschiedsessen….

Am Sonntag trafen wir uns abends noch einmal mit allen im „Sunset“. Denn in den letzten drei Tagen hatte man wenig Gelegenheit alle zusammen in der Gruppe zu finden.
So war nun Gelegenheit noch einmal die Erlebnisse auszutauschen. Der Abend war gefüllt mit Geschichten über „Mama“,  die diese drei Tage leider nicht mehr erleben durfte,  gottesfürchtige kretische Ziegenhirten,  warum jemand erst unten in einer Höhle wohnt und die alltäglichen Erlebnisse untereinander. Nicht zu vergessen,  warum traf man sich überhaupt ausgerechnet in Matala?
Heute ist es vielleicht schwer zu verstehen,  aber es funktionierte nur über Mundpropaganda.

Seit gestern sind die meisten wieder auf dem Weg in ihre Heimat. Manche sitzen jetzt noch im Flieger,  ich hoffe,  wir werden uns einmal wieder sehen.  Aber,  wir haben uns mit Hilfe des Internets getroffen,  und so können wir Kontakt halten.

Liebe „Hippies“,
es war ein sehr besonderes Erlebnis.
Auch wenn ich an dem gestrigen Abend überhaupt keine Lust hatte „Erinnerungs“fotos zu machen,  ich werde diesen Abend und das Wochenende nie vergesen.
Manchmal wünsche ich mir eine Zeitmaschine,  in dem Fall um zu erleben,  wie ihr bei Stelios sitzt und aufs Meer schaut.  Auch wenn vieles verklärt wird,  es war etwas besonderes was sich so niemals wiederholen lässt.
Schon lange habt ihr wohl ein weniger aufregendes Leben als zu der Zeit. Trotzdem habt ihr euch die Zeit genommen um Altes wieder aufleben zu lassen.
Natürlich hat alles Gutes und Schlechtes,  feuchte Höhlen und Schlafsäcke,  wenig Geld und Diebstähle gehören zu letzterem.
Aber ihr wart wohl die ersten,  die entgegen dem was sonst in der Welt passierte,  ein Zusammenleben miteinander versucht und zu einem großen Teil auch geschafft haben.
Denn es ist nicht einfach,  viele Nationen und Kulturen in einem Ort friedlich miteinander leben zu sehen.  Auch wenn die Kirche und damalige Politik oft etwas argwöhnisch auf das Treiben geschaut haben.

Es gibt viele Orte,  die anscheinend etwas besonderes haben.  Matala gehört für mich dazu.  Denn immer noch ist es ein kleiner Ort in einer kleinen Bucht.
Und trotzdem in den letzten Tagen sehr viele Menschen hier waren,  alle waren sehr relaxt und es wurde gemeinsam gefeiert.

Vielleicht lässt sich aber ein Treffen in Matala wiederholen,  denn es sind einige nach Kreta gekommen,  die an dem Buch nicht teilhaben konnten.

Das Festival selber war vielleicht nicht in allem der Zeit entsprechend,  aber man darf nicht die Kosten des Ganzen vergessen. Sicher hat die Musik nicht immer gepasst und es war natürlich auch kommerziell.
Aber Kreta gehört zu Griechenland und die Gemeinden schwimmen nicht im Geld.  Matala ist nun bei vielen bekannt geworden,  auch außerhalb Griechenlands,  so wird man hoffentlich für die nächsten Vorhaben Sponsoren finden.

Noch einmal ein herzliches Dankeschön an alle die das Buch und dieses Wochenende möglich gemacht haben.

Zuletzt,
liebe Shirley,  ich wünsche Dir viel Glück für die Zukunft und alles Gute mit Horst.

(Shirley aus San Francisco hat während eines Besuches bei ihrer Schwester Pam in Sydney,  deren Nachbarn kennengelernt. Beide wollen demnächst heiraten.)

video

 

Festival !

video

 

video

 

video

 

video

 

video

 

video